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Neue Städtepartnerschaft vereinbart

Während des Adelindisfestes wurde die Urkunde zur neuen Partnerschaft zwischen Bad Buchau und Callenberg unterzeichnet.
 
Bad Buchau – Bereits seit den frühen Neunziger Jahren besteht eine Verbindung zwischen der sächsischen Gemeinde Callenberg und der Stadt am Federsee. Nach der Wende wurden westdeutsche Verwaltungsfachleute im Rahmen einer Aufbauhilfe in die neuen Bundesländer abgestellt, um dort bei der Umwandlung hin zu einer demokratischen Verwaltungsstruktur Unterstützung zu leisten. Hieraus entwickelte sich eine freundschaftliche Verbindung, die vor allem auf Verwaltungs- und Gemeinderatsebene viele Jahre gepflegt wurde. Nun wurde diese Freundschaft im Rahmen einer Feierstunde zu einer Städtepartnerschaft erhoben.
 
Bad Buchau gehört zum oberschwäbischen Landkreis Biberach im südlichen Baden-Württemberg. Die ehemalige Freie Reichsstadt hat 4.600 Einwohner und liegt am 140 ha großen Federsee, diesen umgibt ein 2.400 ha großes Naturschutzgebiet. In dem Moor erhielten sich unzählige Reste vorgeschichtlicher Siedlungen, was zur Aufnahme ins Weltkulturerbe „Prähistorische Pfahlbauten“ führte. Das 1803 aufgelöste Stift Buchau wurde anno 770 auf einer Insel im damals viel größeren See gegründet und prägt bis heute mit seinen klassizistischen Gebäuden das Stadtbild. Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich in der Stadt das Kurwesen, bei dem Moorpackungen und Thermalwasser verabreicht werden. Alle zwei Jahre wird das Adelindisfest als Heimat- und Kinderfest abgehalten, das an die Wohltaten der Seligen Äbtissin Adelindis erinnert und zu dem nun eine Gruppe Callenberger gereist sind.
Auf Einladung der Stadt reisten, angeführt vom Bürgermeister Daniel Röthig, 24 Bürger von Callenberg ins Oberschwäbische, um das Buchauer Adelindisfest zu erleben. Bereits am Freitag nahm die stattliche Gruppe am Jahrgängermarsch zum Festzelt teil und feierte gemeinsam mit den Buchauern das Jahrgängertreffen. Am Samstag unternahmen die Gäste zuerst einen informativen und unterhaltsamen Stadtrundgang mit Stadtführer Jörg Schmid, bevor der eigentliche Festakt im Rathaus anstand.
 
Vor Unterzeichnung der Urkunde erklärte Bürgermeister Peter Diesch, dass zwischen den beiden Gemeinden es viele Gemeinsamkeiten gebe und auch menschlich verstünde man sich hervorragend. So wäre es nun an der Zeit, die langjährige „Wilde Ehe“ zu legalisieren und er hoffe, dass die Partnerschaft sich auf verschiedenen Ebenen weiterentwickle. Auch Callenbergs Bürgermeister Daniel Röthig zeigte sich sehr begeistert, denn kleine Gemeinden würden von Partnerschaft leben und können viel voneinander lernen. Und er freue sich, dass es schon eine gute Verbindung zwischen den beiden Feuerwehren und Bauhöfen bestehe und hoffe, dass erste Bande zwischen dem Karnevalsverein und der Narrenzunft Moorochs noch geknüpft werden würden.
 
Am Nachmittag nahm die Gästegruppe dann noch die Gelegenheit wahr, am Adlerschießen teilzunehmen und anschließend verschiedene Sehenswürdigkeiten zu besuchen, wobei auch das Freibad bei den sehr heißen Temperaturen hoch im Kurs stand. Abends trafen sich alle zum gemeinsamen Public Viewing im Festzelt und man feierte den Sieg der deutschen Nationalmannschaft bis tief in die Nacht. Der Sonntag stand bis zur Rückfahrt nach Sachsen noch ganz im Zeichen der Seligen Adelindis von Buchau: Zuerst beim Besuch des Festgottesdienstes und dann beim historischen Festumzug, der alle Callenberger restlos begeisterte und sie rundum zufrieden nach Hause fahren ließ.

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