Ein Zeichen für Callenberg

 

Gestern Vormittag (03.07.2018) wurde die Gestaltung zu unserem Kreisverkehr an der B180 aufgestellt. Geschafft. Es war ein schönes Stück Arbeit!

In zahlreichen Urlauben, insbesondere in südlichen Ländern, war ich immer begeistert darüber, wie diese Ortschaften über die Kreisverkehre als markante Punkte in der urbanen Bebauung auf sich im Besonderen aufmerksam machen. Kaum einer dieser Verkehrsregulatoren, der nicht irgendwie gestaltet war. Ich nahm es zur Kenntnis.

Vor etwa zwei Jahren hörte ich, dass auch in Callenberg ein eben solcher Kreisverkehr gebaut werden sollte. Ich nahm es zur Kenntnis, doch diesmal gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Was wäre, wenn wir in unserer Heimat auch ein solch gestaltetes Objekt hätten? Wo könnte ich inhaltlich ansetzen? Auf welche formalen Mittel könnte ich zurückgreifen?

Der Teil des Weges, den es betrifft, führt von Callenberg nach Altenburg, von Altenburg nach Callenberg, wie früher schon, z.B. im Jahre 1455, als man, so die Überlieferung, im Rittergut zu Callenberg die Strickleiter knüpfte, die beim legendären Prinzenraub des Kunz von Kaufungen als Werkzeug diente.

Der Prinzenraub bzw. dessen Vereitelung war nicht nur ein beiläufiges Ereignis in unserer Geschichte. Die geretteten Prinzen Ernst und Albrecht haben maßgeblichen Anteil daran, dass es heute die Bundesländer Sachsen und Thüringen gibt.

Und wie ginge es der Form nach?

Von Anfang an schwebte mir ein räumliches Gebilde vor, ein Gebilde, welches, indem man herum fährt, einen Verlauf zum Ausdruck bringen sollte. Des weiteren ist genau an dieser Stelle so ein unglaublich toller Horizont, rüber nach Langenchursdorf, Falken, Langenberg, Meinsdorf und Limbach-Oberfrohna, bei blauem Himmel um so schöner. Und dann setze ich meine Überlegungen bei einigen künstlerischen Freiheiten dahingehend fort, mir die historischen Silhouetten von Callenberg sowie Altenburg zu Nutze zu machen. In Callenberg wurde ich im Museum „Zur alten Schule“ fündig, denn es gibt ein Modell vom Rittergut. In Altenburg besuchte ich das Museum im Schloss, wenn man so will, die Stätte an sich. Die Mitarbeiter des Museums halfen mir bei der Recherche.

So entstanden die ersten Skizzen, die ich dem Ortschaftsrat von Callenberg vorstellte. Von Anfang an waren die Ortschaftsräte begeistert. Ich hatte mich darüber gefreut und so investierte ich weiter in ein Modell 1:100 und in ein Model 1:1 aus großen Streifen Pappe. Nun gab es eine erste optische Vorstellung. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch der Bürgermeister informiert. Auch er fand die Idee toll.

Was nun begann war ein langes Prozedere, angefangen von einer Beratung im Straßenbauamt Plauen über die Machbarkeit schlechthin, die Planungsbüros und die Beratungen im großen Gemeinderat von Callenberg. In diesem Verlauf wurden kleinere Veränderungen zur Gestaltung getroffen, die sich im Nachhinein als positiv darstellen lassen. Z.B. ist der Kreisverkehr jetzt etwas höher, die Fundamente massiver geworden, was den technologischen Ablauf beim Aufbau begünstigte sowie die Tafeln leicht schwebend zeigen.

Etwas entzog sich meinem Einfluss, denn es musste auch über Geld gesprochen werden.

Wobei, mir war schon klar, Sparen ist eine wichtige Option, so ist der „tiefste Punkt“ der Silhouette von Callenberg der höchste von Altenburg. Matrialökonomie -  alles in der Natur ist eben irgendwie verzahnt.  Diese Idee kam mir zwischendurch beim Zeichnen.

Für Kunst Geld ausgeben kann man müssen oder sein lassen, das ist völlig klar.

Hätte man in der Vergangenheit immer NEIN zum Geldausgeben für Kunst gesagt, gäbe es wohl auch das schöne neue/alte Dresden nicht, denn im Gegenzug schafft Kunst Identität.

Blieben noch drei Dinge zu sagen: Ich habe das für unseren Ort gerne getan!

In der Folge beginnt das Blech zu rosten, es bildet sich eine rotbräunliche Patina, die den letzten formalen, also farblichen Akzent setzen soll.

Ich bedanke mich für die Unterstützung beim Ortschaftsrat Callenberg, insbesondere bei Björn Wetzel, Jens Rudolph, Hendrik Stiegler, der Firma Maltitz (Gersdorf), dem Bürgermeister, Herrn Röthig sowie dem Bauhof unserer Gemeinde.

Und nun? Fahren Sie doch einmal eine ganze Runde drum herum.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Kux

 
 
 
 
 
© 2008 Gemeinde Callenberg. Alle Rechte vorbehalten.
Impressum und Datenschutzerklärung
Powered by WebStudio Creative.