Die Ortsteile der Gemeinde - Reichenbach
 

Reichenbach kann, wie alle heutigen Ortsteile der Gemeinde Callenberg, auf eine lange Geschichte zurückblicken. Gegründet auf Initiative der Herren von Waldenburg, wie die umliegenden Orte auch, im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts, gelangte das Dorf durch Tausch am 7. November 1243 in den Besitz des Klosters Remse. Erst 1488 kam es an die ursprüngliche Herrschaft zurück.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges plünderten durchziehende schwedische Soldaten den Ort vollständig aus und zerstörten ihn teilweise. Während der Revolution 1848/49 bildeten die Männer eine Kommunalgarde, zu deren Gründung ihre Frauen eine Flagge stifteten. Die Fahne überstand alle geschichtlichen Wirren, doch 1954 verschwand sie spurlos. Anlässlich der 750-Jahrfeier 1993 wurde eine originalgetreue Nachbildung geschaffen, die nun bei allen Feierlichkeiten dabei ist.

Am Ausgang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Reichenbach die Textilindustrie, welche bis kurz nach der gesellschaftspolitischen Wende im Herbst 1989 Bestand hatte. Heute prägen Landwirtschaft und Handwerk diesen kleinen Ort.

Der Reichenbacher Baumeister Franz Härtig begann 1890 mit dem Bau einer neuen Schule, die am 23. Juli 1891 feierlich eingeweiht wurde. Die Weihe der neuen Turnhalle durch den Arbeiter-Turnverein fand am 19. August 1923 statt.

In Reichenbach erfolgte von 1962-1964 als erstem Dorf im nördlichen Kreisgebiet von Hohenstein-Ernstthal der Bau einer zentralen Wasserversorgungsleitung.

Die Schule Reichenbach wurde 1969 aufgelöst, alle Schüler wurden in die Zentralschule Callenberg umgeschult. Aus dem Schulgebäude wurde das Rathaus des Ortes, im Erdgeschoss richtet man ein Polytechnisches Kabinett ein. Im Dezember 2000 wurde dieses Gebäude nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen als Kulturelle Begegnungsstätte für Vereine, Interessengemeinschaften und Bürger der sieben Ortsteile der Gemeinde Callenberg seiner Bestimmung übergeben.

In den Jahren 1950-1952 begannen auf Reichenbacher Flur die Bohrungen nach Uran- und Nickelerz. Bei letzterem wurde man fündig. Auf der Fläche des ehemaligen Gutes Bochmann in Obercallenberg entstand eine Nickelerzgrube, die dort vorhandenen Gebäude mussten dem Bergbau weichen.

Nachdem 1976 die Einstellung des Nickeltagebaus in der Grube Callenberg Süd I erfolgte, wurde mit dem Ausbau des Tagebaurestloches zum Naherholungsgebiet begonnen. Ein 16 ha großer Stausee mit Wasserrutzsche, großer Liegewiese, Sandstrand und einem FKK- Bereich wurden errichtet. 150 Ferienhäuser, ein Campingplatz, eine Sommerrodelbahn, ein Spielplatz, ein Bootsverleih, eine modernste Minigolfanlage, ein Imbiss und vieles mehr gehören zur Anlage. 1000te Gäste verleben als Dauercamper, Urlauber oder Tagesgäste jährlich erholsame Tage.Gut ausgebaute und ausgeschilderte Wanderwege führen zu interessanten Zielen in die nähere Umgebung.

Ein gepflegtes Landhotel, eine attraktive Hochzeitskapelle, die Kulturelle Begegnungsstätte Reichenbach, mit einer einmaligen Mineralienausstellung, einem Begegnungsplatz und einer Lutherlinde laden zum Verweilen ein.

In Reichenbach wohnen heute 715 Einwohner.

  Die Chronik von Reichenbach

 

 

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