Die Ortsteile der Gemeinde - Langenchursdorf
 

Als typisches Reihendorf mit Waldhufenflur wurde Langenchursdorf beim Aufbau der Herrschaft Waldenburg etwa um 1180 angelegt. Die Kirche errichtete man im Jahre1202, wie auf einem alten Altarstein zu lesen war. 1308 wurde der Name Cunradsdorf zum ersten Mal erwähnt. Dieser Name, der sich über Kunersdorf, (Langen) Konnersdorf schließlich in (Langen) Chursdorf änderte, ist ein Hinweis auf den Lokator namens Conrad, der die Siedler in diese Gegend führte. Zur Unterscheidung von anderen Conradsdörfern der Umgebung nannte man den Ort aufgrund seiner Länge später Langenchursdorf.

In der Gemeinde Callenberg gehört der Ortsteil Langenchursdorf mit 1 415 Einwohnern neben Callenberg mit 1 422 Einwohnern zu den größten Ortsteilen(Stand 31.12.2005). Langenchursdorf ist gut in die Landschaft eingebunden, die durch jahrhundertlange landwirtschaftliche Nutzung geprägt ist. Ein Teil der Gemarkung gehört zum Landschaftsschutzgebiet "Mulden- und Chemnitztal". Am westlichen Rande des Dorfes liegt das Naturschutzgebiet "Callenberg Nord II" (ehemaliger Nickeltagebau).

Neben gepflegten Fachwerkhäusern und schönen alten Drei- und Vierseithöfen, teils mit Laubengängen, Säulengewölben und Balkeninschriften versehen, findet man auch viele Neubauten, die sich harmonisch in das Ortsbild einfügen. Ein besonderes Kleinod ist die denkmalgeschützte Langenchursdorfer Kirche mit ihren geschnitzten Flügelaltären aus der Werkstatt der Altenburger Schnitzer Peter und Jakob Naumann um 1500.

Zu den eindrucksvollen Gebäuden zählt neben der Kirche und der 1895/96 erbauten Grundschule auch das ehemalige Erbgerichtsgut mit seinen markanten Tor- und Fenstergewänden sowie einem bedeutsamen Tor-Schlussstein.

Von Langenchursdorf aus griff ab 1652 eine Bewegung um sich, die als der Schönburgische Bauernkrieg in die Geschichte eingegangen ist. Die Bauern des Ortes, die dem Rittergut Callenberg frondienstpflichtig waren, verweigerten ihrem Herren die Dienste und verklagten ihn beim Reichskammergericht in Speyer wegen übermäßiger Frondienste. Die der Herrschaft Waldenburg direkt unterstehenden Bauern schlossen sich an. Einer der Führer war zuerst deren Richter Georg Stiegler, später abgelöst von Hans Türschmann. Die Auseinandersetzungen zogen sich bis in die 1680er Jahre hin.

Der wohl bedeutendste Sohn des Ortes ist Prof. Ferdinand Walther. Der Sohn des Langenchursdorfer Pfarrers wanderte 1838 mit seinem Bruder und einigen Gemeindegliedern nach Amerika aus und gründete in St. Louis die heute noch bestehende Missouri-Synode, ein Organ der lutherischen Kirchen in den USA. Mit den Nachfahren der Auswanderer bestehen seit 1992 wieder rege Kontakte.

Neben den vielen Bauerngütern gab es einst auch acht Mühlen. Eine davon ist noch in Betrieb. Die ehemalige Habermannmühle ist heute eine denkmalgeschützte Anlage und kann nach Voranmeldung besichtigt werden.

Mehrere Gaststätten, eine gepflegte Pension und gut ausgeschilderte Wanderwege laden zum Besuchen ein.

Im Jahr 2002 (vom 9. bis 16. Juni) beging der Ort seine 800-Jahrfeier mit einer ansprechenden Festwoche und großem historischen Festumzug.

  Die Chronik von Langenchursdorf

 

 

 
 
 
 
 
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